Behandlungsgebiet Hüfte

Operative Behandlung

  • Was ist eine Hüft-Totalendoprothese?
    Beim Ersatz des Hüftgelenks wird meistens eine Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP, HTEP) eingesetzt. In der Medizin spricht man auch vom „Implantieren" (einpflanzen) und bezeichnet die Prothese als Implantat. Es ersetzt vollständig beide knöchernen Teile des verschlissenen Gelenks - den Hüftkopf und die Hüftpfanne. Der Endoprothesenkopf wird dabei mit einem Stiel (oder auch Schaft) im Oberschenkelknochen verankert. Meist bestehen Hüftendoprothesen aus vier Teilen (äußere Pfannenschale, Inlay, Kugelkopf und Schaft bzw. Stiel) und sind modular aufgebaut, so dass der Operateur das Kunstgelenk an die ursprüngliche Hüftform anpassen kann. Wichtigster Teil des Kustgelenkes ist die sogenannte Gleitpaarung, die das eigentliche Gelenk bildet und aus zwei Teilen besteht. Der auf dem Endoprothesenstiel befestigte Kugelkopf besteht aus Metall oder Keramik. Er bewegt sich in einem halbschaligen Einsatz, der in der Endoprothesenpfanne befestigt ist. Dieser Pfanneneinsatz (engl. Inlay) kann aus Kunststoff (Polyethylen), Keramik oder Metall bestehen.

  • Wie wird eine Hüftprothese im Knochen befestigt?
    Nachdem die knöcherne Hüftpfanne und das Innere des Oberschenkelknochens durch Fräsen und/oder Raspeln auf die Implantation vorbereitet worden sind, werden die künstliche Hüftpfanne und der Schaft entweder eingeklemmt oder mit dem sogenannten Knochenzement befestigt. Man unterscheidet insgesamt drei Endoprothesen(befestigungs)arten:

    Die zementfreie Hüftendoprothese: Kunstpfanne und Schaft werden in das vorbereitete Knochenlager eingepresst (sog. Press fit Technik) oder die Pfanne wird eingeschraubt. Zusätzlich können Knochenschrauben verwendet werden. Die rauen Oberflächen ermöglichen das Ein- bzw. Anwachsen des Knochens. Voraussetzung ist eine gute Knochenqualität. Diese Methode ist damit vor allem für jüngere Patienten geeignet.
    Die zementierte Hüftendoprothese: Kunstpfanne, die bei dieser Methode ganz aus Polyethylen besteht, und Endoprothesenschaft werden mit dem sogenannten Knochenzement im Knochen verankert. Knochenzement ist ein Kunststoff, der sich mit den Knochenbälkchen verzahnt und das Kunstgelenk so sofort sicher verankert. Ein Ein- bzw. Anwachsen des Knochens ist nicht notwendig, so dass diese Methode auch bei älteren Patienten sehr gute Langzeitergebnisse zeigt.

    Die Hybridendoprothese: Bei diesem Kunstgelenktyp werden beide Befestigungsmethoden kombiniert. Meist wird die Kunstpfanne zementfrei, der Endoprothesenschaft hingegen aber mit Knochenzement eingesetzt. Insbesondere wenn die Knochenqualität nicht mehr ganz so gut ist, hat dies Vorteile im Bereich des Schaftes, der ja ähnlich eines Keiles in einem Rohr zu befestigen ist. Dagegen kann die Kunstpfanne auch bei schlechterer Knochenqualität sicher ohne Knochenzement verankert werden, da hier Scherkräfte praktisch nicht auftreten.

  • Der Bedarf an orthopädischen Operationen nimmt immer weiter zu, was unter anderem auch an der steigenden Lebenserwartung liegt. Die Verfahren der minimal-invasiven Chirurgie (Knopflochchirurgie) gewährleisten eine reduzierte Belastung des Patienten während und nach der OP. Der entscheidende Vorteil ist die kürzere Erholungszeit aufgrund des geringen Weichgewebetraumas. Diese Operationsmethode erfordert Unterstützung von technischen Systemen wie Bildgebung und computergestützte Navigation. Um einen Eingriff unter Videosicht durchzuführen sind Lichtquellen, Videokameras und chirurgische Instrumente exakt zu platzieren. Dies erfordert ein räumliches Vorstellungs- und Koordinationsvermögen des Chirurgen.
    Hüfte: Hüftspiegelung nach Einbringung einer Spezialkamera über einen winzigen Hautschnitt (Glättung, Naht oder Entfernung geschädigter Gelenkbestandteile).